Das alljährliche
Straßenfest der Basisgruppen ist vorbei. Freut euch aufs nächste Jahr.
Achtung WählerInnentäuschung!
Die Basis- und Institutsgruppen kandidieren
nicht für die Universitätsvertretung. Eine gemeinsame Kandidatur als
Liste lässt sich nicht problemlos mit unseren Grundsätzen vereinbaren
und wir legen keinen Wert darauf, um der bloßen Macht Willen unsere
Positionen aufzuweichen. Da die Arbeit von Studienvertretungen durch
die Universitätsvertretung unterstützt oder behindert werden kann,
sprechen einzelne Instituts- und Basisgruppen Wahlempfehlungen für
bestimmte Fraktionen aus. Informiert euch dazu auf den Homepages der
jeweiligen Basis- und Institutsgruppen.
Wer wir also nicht sind: wir sind
nicht die rechtskonservative Tarnliste BAGRU/IG, die für die Universitätsvertretung kandidiert.
Wer wir sind
Seit mehr als 30 Jahren bestehen an den Instituten und Fakultäten der Uni Wien offene Gruppen von Menschen, die sich abseits von Parteipolitik für eine emanzipatorische und direkte Mitbestimmung an der Universität und darüber hinaus einsetzen. Die meisten dieser Gruppen nennen sich Basisgruppe bzw. Institutsgruppe und sind über Vernetzungstreffen als Basisgruppen miteinander verbunden. Die gemeinsamen Grundsätze dieser sind:
Basisdemokratisch
Emanzipatorisch
Antiheteronormativ
Feministisch
Antifaschistisch
Unabhängig
Antirassistisch
Entscheidungen sollen demnach nicht nur von gewählten FunktionärInnen, sondern möglichst breit und transparent getroffen werden. Dazu dienen die offenen Plena, die meist wöchentlich stattfinden. Auch die Kritik an patriarchalen Strukturen inner- und außerhalb der Universitäten, sowie der Einsatz für die Aufhebung jeglicher Herrschaftsverhältnisse sind seit jeher ein Kennzeichen der Basisgruppen. Basisgruppen/Institutsgruppen gehören keiner Fraktion an, da sich ihre Kandidatur - nicht aber ihr politisches Engagement - auf Studienrichtungsebene beschränkt.
Links zu den einzelnen Basis- und Institutsgruppen
LIAB
Bagru GeWi
NaWi
/bin - basisgruppe informatik
tu*basis
Bagru Doktorat
bagru.ie
Bagru Lehramt
Bagru Politikwissenschaft
Bagru Soziologie
Bagru TheWi
ig germanistik
ig geschichte
IG Komparatistik
IG KSA
IG KuGe/strv kunstgeschichte
IG Orientalistik
IG Pädagogik
IG Philo
ig romanistik
Krips/Kritische PsychologInnen
Roter Börsenkrach (VWL)
Roter Vektor (Mathematik)
slavigru (Slavistik)
Bagru TraWi (Translationswissenschaft)
Gemeinsame Grundsätze der Basisgruppen
Basisdemokratisch
Basisdemokratie bedeutet für uns den Versuch, Hierarchien abzubauen und bestän-
dig zu hinterfragen. Ein wesentliches Element besteht darin, dass sich Entscheidungs-
findungsprozesse breitestmöglich und konsensual gestalten (offenes Plenum) und
nicht, wie in herkömmlichen demokratischen Strukturen, eine Minderheit zwangs-
läufig immer überstimmt wird.
Feministisch
Unsere Gesellschaft ist nach wie vor stark patriarchal geprägt. Wie in allen Le-
bensbereichen gilt auch an Universitäten das Männliche als Norm. Unser Anspruch
ist, durch gezielte Maßahmen wie Frauenförderung, Sichtbarmachen von Frauen
in Forschung und Lehre, geschlechtsneutrale Sprache oder bewusste Bevorzugung
von Frauen diese Herrschaftsverhältnisse aufzuzeigen und zu überwinden.
Antirassistisch/Antifaschistisch
österreich ist geprägt von mehr oder weniger explizit rassistischen und autoritä-
ren Strömungen, welche sich auch in der politischen Landschaft widerspiegeln. Das
neue Asylgesetz zeigt, wie gesellschaftsfähig derartiges Gedankengut immer noch
ist. Dagegen treten wir inner- und außruniversitär entschieden auf, und bieten
antirassistischen und antifaschistischen Organisationen Unterstützung und Raum.
Gleichzeitig bedeutet für uns eine kritische Beschäftigung mit Rassismus auch, die
eigene Eingebundenheit in strukturelle Rassismen zu problematisieren und damit
verbundene Privilegien zu hinterfragen.
Unabhängig
Im Gegensatz zu den meisten öH-Fraktionen, die Vorfeldorganisationen bestehen-
der Parteien sind, sind die Basisgruppen parteiunabhängig. Das bedeutet, dass wir
keinen finanzkräftigen Apparat im Rücken haben, aber auch, dass wir frei von bun-
despolitischen überlegungen agieren können und uns nicht nach Vorgaben einer
übergeordneten Hierarchie richten müssen.
Emanzipatorisch
Wir versuchen den Raum der Universität zu nutzen, um gegen herrschende und
ausgrenzende Strukturen aufzutreten, die sich sowohl in der Gesellschaft als auch in
der Wissenschaft manifestiert haben. Zudem heißt für uns emanzipatorische, fort-
schrittliche Politik zu betreiben, uns nicht mit StellvertreterInnenpolitik zu begnügen,
sondern Studierende als AkteurInnen der Politik zu sehen und Wege größtmögli-
cher Partizipation zu eröffnen.
Anti-Heteronormativ
Ein Grundsatz, den wir erst kürzlich dieser Auflistung hinzugefügt haben, ist a n t i h e t e r o n o r m a t i v. Im Sinne der Sichtbarmachung und aufgrund der bisher fehlenden Auseinandersetzung innerhalb der Basisgruppen, wollen wir einen Diskussionsprozess starten, der auch die eigenen heteronormativen Strukturen mitreflektiert. Die Gesellschaft ist heteronormativ organisiert, das heißt (verkürzt), die heterosexuelle Zweierbeziehung ist ein privilegierter Lebensentwurf, jegliche anderen Lebensentwürfe werden sanktioniert. Dieses Privileg basiert auf einer binären Geschlechterkonzeption von männlich/weiblich, die mit der Dichotomie öffentlich/privat korrespondiert. Heteronormativität ist gesellschaftsimmanent und strukturell, drückt sich aber auch etwa in Homophobie, Transphobie, Sexismus, Rassismus etc. aus. Antiheteronormative Arbeit enthält die Analyse gesellschaftlicher Machtstrukturen und zielt auf Destabilisierung und Dekonstruktion ebendieser ab. Dichotomien sollen aufgelöst, unterschiedliche Lebensentwürfe ermöglicht werden.